Der Tierarzt ruft an. Der Bluttest deines Hundes ist positiv auf Borreliose. Und sofort macht sich dieses ungute Gefühl breit: Was bedeutet das jetzt? Antibiotika? Wochenlange Behandlung? Wird mein Hund wieder gesund?
Ich sage dir gleich zu Beginn das Wichtigste, weil es so gut wie nie klar erklärt wird: Ein positiver Borreliose-Test ist kein Urteil. Er ist ein Hinweis darauf, dass dein Hund irgendwann Kontakt mit dem Erreger hatte. Mehr zunächst nicht. Was wirklich dahintersteckt, was das für deinen Hund konkret bedeutet und was du jetzt sinnvoll tun kannst, erkläre ich dir hier.
Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, ausgelöst durch Spirochäten der Art Borrelia burgdorferi. Übertragen wird sie durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), also die Zecke, die in deutschen Wäldern, Wiesen und Gärten vorkommt.
Was ich immer wieder erkläre, weil es die meisten wirklich nicht wissen: Nicht jede Zecke trägt Borrelien. Je nach Region sind zwischen 5 und 50 Prozent der Zecken infiziert. Und selbst wenn eine infizierte Zecke beißt, überträgt sie die Erreger erst nach einem Saugakt von mindestens 24 Stunden. Das bedeutet: Wer schnell handelt und die Zecke zügig entfernt, hat den besten Schutz überhaupt.
Eine Zahl, die ich meinen Kunden immer mitgebe: Selbst wenn eine infizierte Zecke beißt, erkranken nur etwa 5 bis 10 Prozent der Hunde wirklich klinisch an Borreliose. Der Großteil der infizierten Hunde bleibt völlig symptomfrei, weil ihr Immunsystem die Situation still in Schach hält. (Quelle: Cornell University College of Veterinary Medicine)
In meiner Praxis ist das eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme. Und die Antwort ist eigentlich beruhigend einfach, wenn man weiß, worauf es ankommt.
Was ich in der Praxis oft sehe: Viele Menschen bekommen Panik, wenn sie eine Zecke finden, und greifen zu allem, was gerade da ist. Dann kommt die Zecke zerstückelt raus, der Kopf bleibt stecken und die Sorge wird größer. Dabei ist die Situation in den meisten Fällen völlig entspannt, wenn man einfach ruhig und richtig vorgeht.
Süd- und Ostdeutschland galten lange als die klassischen Risikogebiete. Das hat sich in den letzten Jahren durch den Klimawandel grundlegend verändert. Der Holzbock ist bereits ab einer Bodentemperatur von 7 Grad Celsius aktiv, und durch die milden Winter bedeutet das für uns ganz konkret: Die Zeckensaison ist kein Sommerphänomen mehr. Sie läuft in vielen Teilen Deutschlands mittlerweile das ganze Jahr durch. Mittlerweile gilt ganz Mitteleuropa als Endemiegebiet. Es gibt keine wirklich sicheren Regionen mehr, aber das ist kein Grund zur Panik. Es ist ein Grund, regelmäßig hinzuschauen.
In meinem Buch erfährst du, welche Mittel wirklich schützen, welche nicht, und wie du deinen Hund ganzheitlich durch die Zeckensaison begleitest.
Jetzt mein Buch holen →Das ist die Frage, die in meiner Praxis alles verändert, sobald ich sie stelle. Denn die meisten Tierhalter kommen mit einem positiven Testergebnis und der Überzeugung, ihr Hund sei krank. In den meisten Fällen ist das nicht so.
In Risikogebieten sind durchschnittlich 7 bis 10 Prozent der zufällig untersuchten Hunde Antikörper-positiv auf Borreliose. Das bedeutet: Ihr Immunsystem hat Kontakt mit dem Erreger gehabt und reagiert. Das sagt noch nichts darüber aus, ob der Hund erkrankt ist oder erkranken wird. (Quelle: Großangelegte Feldstudie mit knapp 6.000 Hundeblutproben in Deutschland, IDEXX Laboratories)
Ein positiver Test zeigt,
dass der Hund Kontakt hatte.
Nicht, dass er
krank ist.
Wenn Borreliose sich klinisch zeigt, dann dauert es in der Regel 2 bis 5 Monate nach dem Zeckenstich, bis die ersten Symptome sichtbar werden. Das Bild ist oft unspezifisch am Anfang, und das macht es schwierig.
Wichtig: Diese Symptome allein reichen nicht als Diagnose. Sie müssen zusammen mit einem positiven, spezifischen Bluttest und dem Ausschluss anderer Ursachen betrachtet werden.
Das ist der Teil, der in der Praxis am meisten Verwirrung stiftet. Denn der Bluttest sucht nicht direkt nach dem Bakterium. Er sucht nach den Antikörpern, die das Immunsystem als Reaktion auf die Borrelien gebildet hat. Und das hat entscheidende Konsequenzen.
Ein Test direkt nach dem Zeckenstich ist nicht sinnvoll. Das Immunsystem braucht Zeit, um messbare Antikörper zu bilden. Die ersten Antikörper erscheinen frühestens nach 2 bis 3 Wochen, die spezifischeren C6-Antikörper nach 3 bis 5 Wochen, und die langlebigen IgG-Antikörper erst nach 4 bis 6 Wochen. Empfohlen wird, mindestens 4 bis 8 Wochen zu warten. Vorher ist ein negativer Befund kein verlässliches Ergebnis.
| Test | Verlässlichkeit | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Standard-ELISA | Mäßig | Reagiert auch auf Impfantikörper und ähnliche Bakterien. Nur als erster Suchtest geeignet, nie als alleinige Grundlage. |
| C6-ELISA (SNAP-Test) | Sehr gut | 99 % spezifisch. Wird nicht durch Impfungen verfälscht. Moderner Standard in der Praxis. |
| Western-Blot | Sehr gut | Bestätigungstest nach positivem ELISA. Unterscheidet zuverlässig zwischen Impfreaktion und echter Feldinfektion. |
| Cornell Multiplex Assay | Sehr gut | Misst OspA, OspC und OspF gleichzeitig. Zeigt ob die Infektion frisch, chronisch oder nur eine Impfreaktion ist. |
| PCR aus dem Blut | Kaum geeignet | Borrelien halten sich nur sehr kurz im Blut auf. Ein negativer PCR-Test schließt eine Borreliose nicht aus. |
Was ich meinen Kunden erkläre: Auch ein positiver C6-Test bedeutet nur, dass eine echte Begegnung mit dem Erreger stattgefunden hat. Die sicherste Diagnose ist immer ein Zusammenspiel aus positivem Test, sichtbaren Symptomen und dem Ausschluss anderer Ursachen. Nie ein Wert allein.
Das ist die Situation, die ich am häufigsten begleite. Der Hund läuft gut, frisst gut, ist fröhlich. Und der Bluttest zeigt trotzdem einen positiven Befund. Was tun?
Die Antwort lautet nicht sofort Antibiotika. Aktuelle tiermedizinische Leitlinien sind da sehr klar: Ein Hund ohne Symptome sollte nicht allein aufgrund eines Laborwerts behandelt werden. Die Antibiose bringt ihm in dieser Situation keinen nachweisbaren Nutzen, belastet aber Darm und Leber unnötig.
Was ich stattdessen empfehle: Das Immunsystem beobachten und gezielt unterstützen. Einmal im Jahr ein vollständiges Blutbild mit Zeckenprofil. Und bei einem seropositiven Hund zusätzlich den Urin im Blick behalten, denn die mögliche Nierenbeteiligung zeigt sich zuerst dort, lange bevor andere Symptome entstehen.
Erst wenn drei Dinge zusammenkommen: ein positiver, spezifischer Bluttest, klinische Symptome wie Lahmheit oder Fieber, und der Ausschluss anderer Ursachen. Alle drei Bausteine gemeinsam ergeben das Bild. (Quelle: ACVIM Consensus Guidelines on Lyme Disease in Dogs)
Das Protokoll, wenn Antibiotika nötig sind: Doxycyclin, 10 mg pro kg Körpergewicht täglich, mindestens 28 bis 30 Tage. Immer mit dem Futter geben, niemals nüchtern. Keine gleichzeitige Gabe von Kalzium- oder Eisenpräparaten, da diese die Aufnahme blockieren. Der Therapieerfolg wird nach 6 Monaten mit einem quantitativen C6-Test überprüft: Sinkt der Wert um mindestens 50 Prozent ab, gilt die Behandlung als erfolgreich. (Quelle: ACVIM Consensus Guidelines)
Doxycyclin ist wirksam, aber kein sanftes Mittel. Es unterscheidet nicht zwischen Borrelien und den nützlichen Bakterien in der Darmflora deines Hundes. Wer das Antibiotikum gibt, ohne gleichzeitig Leber und Darm zu stützen, tauscht eine Infektion gegen langwierige Verdauungsprobleme ein, deren Folgen noch Monate später sichtbar sein können.
Doxycyclin kann die Leberwerte deutlich erhöhen. Mariendistel (Wirkstoff Silymarin) gehört zu den am besten untersuchten pflanzlichen Leberschutzmitteln und kann Leberzellen vor toxischen Belastungen schützen und die Regeneration unterstützen. Artischocke und Löwenzahn ergänzen das durch ihre positive Wirkung auf die Gallenproduktion und die Entgiftungsleistung der Leber. Ich empfehle diese Kombination immer, wenn Antibiotika eingesetzt werden.
Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn in hochwertiger Kombination. Ich setze Gladiator Plus immer ein, wenn meine Kunden eine Antibiotika-Kur begleiten müssen. Mit dem Code XGP3649 sparst du 5 Euro auf deine Bestellung.
Zu Gladiator Plus →Was viele nicht bedenken: Eine Antibiose über 4 Wochen hinterlässt Spuren im Darm. Das Mikrobiom, das dein Hund über Jahre aufgebaut hat, wird durch das Antibiotikum empfindlich gestört. Was ich danach immer empfehle und selbst mit meinen Hunden so handhabe: ProbiaMED und L-Glutamin zusammen, mindestens 3 Monate lang. ProbiaMED bringt lebende, schützende Bakterienstämme zurück. L-Glutamin ist der Baustoff, den die Darmschleimhaut braucht, um sich von innen zu reparieren. Beide Mittel immer gemeinsam, nicht nacheinander.
Dosierung DermaBiotic (nach Gewicht):
bis 5 kg: 1/4 bis 1/2 Kapsel | 10 bis 20 kg: 1 Kapsel | 25 bis 40 kg: 1,5 Kapseln | ab 45 kg: 2 Kapseln
Dosierung L-Glutamin (ca. 75 mg/kg täglich):
10 kg: 1/4 Teelöffel | 20 kg: 1/2 Teelöffel | 30 kg: 3/4 Teelöffel | 40 kg: 1 Teelöffel
Die ersten 3 Tage nur die halbe Menge geben, dann langsam steigern.
Mit dem Code Nicole5 sparst du 5 % auf deine Bestellung.
Wer sich mit Borreliose beim Hund beschäftigt, begegnet früher oder später der Wilden Karde (Dipsacus fullonum) und dem Namen Wolf-Dieter Storl. Der Ethnobotaniker propagiert die Kardenwurzel-Tinktur als wirksames Mittel gegen Borreliose, gestützt auf eigene Erfahrungen und die sogenannte Signaturenlehre: Die wandernden Blütenringe der Karde erinnern optisch an die Wanderröte, die beim Menschen nach einem Zeckenstich entstehen kann.
Was steckt wirklich dahinter? Die Karde tötet Borrelien nicht direkt ab. Was sie tut: Sie verändert das Milieu im Gewebe und regt das Lymphsystem an. Dadurch werden die Borrelien aus ihren Verstecken in schlecht durchblutetem Gewebe wie Gelenkkapseln und Knorpel mobilisiert und für Antibiotika sowie das Immunsystem besser erreichbar. Das macht sie zu einer sinnvollen Begleitung zur Antibiose, nicht zu einem Ersatz.
Wichtig für Hunde: Alkoholische Tinkturen sind für Hunde nicht geeignet. Bitte ausschließlich alkoholfreie Glycerintinkturen verwenden. Die Dosis langsam einschleichen, um Erstverschlimmerungen zu vermeiden. Mit 3 Mal 5 Tropfen täglich starten und langsam auf bis zu 30 Tropfen je 10 kg Körpergewicht steigern.
Neben der Karde und Mariendistel gibt es weitere Pflanzen, die in der naturheilkundlichen Borreliose-Begleitung eine Rolle spielen:
Der sicherste Schutz vor Borreliose ist der Schutz vor dem Überträger. Und der ist konkreter als viele denken.
Was ich meinen Kunden immer sage: Ein Blutbefund, der im Verlauf verglichen werden kann, ist viel wertvoller als ein Einzelwert ohne Bezugspunkt. Lass einmal im Jahr testen, nicht aus Sorge, sondern um zu wissen, wo dein Hund steht.
Laborbefunde sind für Fachleute geschrieben. Nicht für Menschen, die einfach nur wissen wollen, ob mit ihrem Hund alles in Ordnung ist. Das ist kein Versagen, das ist ein Systemfehler. In meinem Labor-Dolmetscher erkläre ich dir verständlich, was die wichtigsten Blutwerte bedeuten, wann ein Wert wirklich auffällig ist und wann er einfach zeigt, dass das Immunsystem gerade arbeitet.
Du hast einen Laborbefund bekommen und weißt nicht, was er dir sagt? Der Labor-Dolmetscher begleitet dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Werte.
Zum Labor-Dolmetscher →In meiner Beratung schauen wir uns gemeinsam den Befund an, klären was er wirklich bedeutet und entwickeln einen konkreten Plan für deinen Hund.
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